Erste Werkelwoche

Ende Juli haben wir zum ersten Mal Hand an das künftige Schmuckstück gelegt. Vor dem nächsten Winter galt es, die gröbsten Löcher im Dach zu stopfen und dem Verfall ein wenig Einhalt zu gebieten. Dazu gab es fachliche Expertise und natürlich tatkräftige Unterstützung aus der Familie und dem Freundeskreis.

Nachdem sich die formellen Teile des Kaufs noch weiter ziehen, war lange nicht klar, ob wir die erste Werkelwoche zum angepeilten Termin ende Juli tatsächlich stattfinden lassen. Ein anderer Termin vor dem nächsten Winter schien unwahrscheinlich und somit flickten wir ein Dach, das uns gar nicht gehörte. Die Eingriffe und der Materialeinsatz sollten dementsprechend möglichst klein gehalten werden. Wir arbeiteten uns von Loch zu Loch, beginnend mit dem größten. Zuerst wurden die Ziegel abgenommen und ordentlich aufgestapelt. Kaputte Latten und auch zwei Sparren wurden ausgetauscht. Da das Dach ohnehin offen war, nutzten wir die Gelegenheit, um im Giebelzimmer Teile der Sauerkrautplatten zu entfernen und die Möbel nach unten zu schaffen. Auf die neuen Latten kamen dann die alten Ziegel. Sie waren größtenteils handgefertigt und keine war wie die andere. Das sorgte für Abwechslung beim Decken. Auch bei der Abdichtung des Firsts war Kreativität gefragt.

An der Südseite legten wir die Überreste der Schwelle frei und an der Westseite rückten wir den Sträuchern und insbesondere dem Efeu zu Leibe. So boten sich uns bisher unbekannte Ansichten der Fassade, und durch die Fenster kam endlich wieder Licht ins Innere.

Für den kommenden Winter sollte das Haus gewappnet sein. Bis auf weiteres warten wir darauf, dass die bürokratischen Mühlen mahlen …